Führung und Kompetenzen – Überbewerteter Hype oder Überlebensnotwendig?

Laut einem Artikel des Harvard Business manager, Ausgabe Oktober 2014, mit dem Titel „Die Altrozentriker kommen“ wurden 6 Megatrends ermittelt. Diese werden alle Führungskräfte vor besondere Herausforderungen stellen.

1. Globalisierung:

  • Verschiebung der Wirtschaftsmacht von West nach Ost.
  • Immer mehr deutsche Firmen werden von chinesischen Firmen gekauft.
  • Die Kaufkraft in Asien steigt rasant.
  • Macht eine „Glokalisierte“ Strategie notwendig – „Think globally, act locally“.

2. Umweltrisiken:

  • Zentrale Elemente sind Klimawandel und Ressourcenknappheit.
  • Führt zu höheren Kosten, niedrigeren Margen und größerer Volatilität.
  • Erfordert komplexe, innovative Strategien und neue Formen der Zusammenarbeit.
  • Nachhaltigkeit ist entscheidend für den Erfolg.

3. Individualisierung und Wertepluralismus:

  • Individuelle Werte werden immer wichtiger: Lebensstil, Anerkennung, Selbstverwirklichung, Überzeugungen, ……
  • Arbeitnehmer erwarten vom Arbeitgeber ihre spezifischen Bedürfnisse und Erwartungen anzuerkennen und zu berücksichtigen.
  • Konsumenten wünschen sich individuell auf sie zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen.
  • Loyalität der Mitarbeiter wechselt vom Unternehmen zu einzelne Personen.

4. Digitale Lebens- und Arbeitswelt:

  • Konsumenten vergleichen schnell und flexibel die Anbieter und treffen ihre Kaufentscheidung.
  • Mitarbeiter arbeiten zu jeder Zeit, von überall, auf welcher technischen Infrastruktur auch immer – das stellt traditionelle Arbeitsplätze und Hierarchien infrage.
  • Machtverhältnis zwischen Unternehmen, Mitarbeitern und Kunden verschiebt sich massiv.
  • Wechselseitiges und generationsübergreifendes Lernen und Managen wird immer wichtiger.

5. Demografischer Wandel:

  • Die Bevölkerung altert und schrumpft – das führt zu Nachwuchsmangel und Verlust von Kompetenzen und Fähigkeiten.
  • 50% der IT-Unternehmen sehen das als existenzbedrohend.
  • Unternehmen müssen möglichst viele „Talente“ / Kompetenzen finden, entwickeln und insbesondere halten.

6. Technologische Konvergenz:

  • Ohne „Big Collaboration“ werden Unternehmen nicht in der Lage sein, die technologischen Sprünge mitzugehen: Enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmensbereichen, verschiedenen Organisationen und unterschiedlichen Forschungsdisziplinen.
  • Die enge Zusammenarbeit mit Wettbewerbern wir notwendig – „Coopetition“.
  • Das setzt neue, offene Strukturen und Kulturen voraus.

Aus jeder dieser Megatrends ergeben sich für die Führungskräfte und Manager in den Unternehmen folgende Aufgaben:

  1. „Glokalisierte“ Strategien entwickeln und sehr agil werden, um lokale Präferenzen gerecht zu werden und wettbewerbsfähig zu bleiben.
  2. Kultur und Struktur der Nachhaltigkeit entwickeln, umzusetzen und diesen Wandel klar und entschieden zu kommunizieren.
  3. Organisation so zu gestalten, dass sie den Arbeitsbedürfnissen der Mitarbeiter entgegenkommen – flache, flexible, dezentrale Strukturen.
  4. Dezentrale Führen von Menschen mit unterschiedlichen Werten, Ethnien, Alter und digitalem Know-how. Dies erfordert digitale Transparenz mit höchsten Standards bei Integrität und Aufrichtigkeit.
  5. Diversität wird zu einer Schlüsselkompetenz. Führungskräfte müssen lernen zuzuhören und Empathie zu entwickeln. Insbesondere die Integration von ausländischen MitarbeiterInnen tritt immer mehr in den Fokus.
  6. Balance finden zwischen übertragen von Verantwortung und Kontrolle – Freiräume für „Grundlagenforschung“ und gezielter Produktentwicklung.

All diese Anforderungen setzten:

  • starke kognitive Fähigkeiten,
  • intellektuelle Neugier,
  • emotionale Offenheit und
  • Souveränität mit Unsicherheit und Mehrdeutigkeit umzugehen

voraus.

Die Teams werden in Zukunft wie folgt zusammengesetzt sein:

  • Altersstruktur zwischen 20 und 70 Jahren.
  • Verteilt über alle Kontinente.
  • Verschiedene Nationalitäten, Werte und Kulturen.
  • Unterschiedliche Muttersprachen.
  • Verschiedenste Kompetenzen und Skills.

Wie viele der Führungskräfte sind in der Lage auch nur Ansatzweise diese Anforderungen an die zukünftigen Aufgaben von Führung zu bewältigen?

Die Entwicklung ist nicht aufzuhalten!

Wer sich, seine MitarbeiterInnen und sein Unternehmen nicht schnell und mit den entsprechenden Konsequenzen darauf vorbereitet, wird den notwendigen Wandel nicht mehr schaffen.

Veränderungen fangen im Kopf an – sowohl beim Menschen als auch in Organisationen.

Liebe Geschäftsführer und Top-Manager, entwickeln sie Ihre Kompetenzen und machen Sie es für jede Führungskraft zur Hauptaufgabe diese Herausforderungen anzunehmen und ihre Mitarbeiter entsprechend vorzubereiten. Personalentwicklung ist Führungsaufgabe!

Was ist Ihre Meinung? Sie sind herzlich dazu eingeladen mir Ihre Anregungen, Kritik oder auch gerne Lob zukommen zu lassen. Schicken Sie mir eine Mail. Ich werde im nächsten Blogbeitrag darauf eingehen – Versprochen!

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