Take!Off! Kompetenzbasiertes Wissensmanagement

Fuzzy  – braucht kompetenzbasiertes Wissensmanagement!

Lernen im Arbeitsprozess ist nötig um Kompetenzen aufzubauen. Es findet aber leider nicht flächendeckend und in vielen Fällen kommt es eher als Performance Support daher.

Das ist auch verständlich. Wenn ich gerade mit der Technik oder in einem Prozess ein Problem habe, ist eine schnelle und kontextbezogene Unterstützung überaus hilfreich. Sowohl für das Unternehmen, denn die Störungen der Abläufe werden reduziert und der Aufwand, den man früher benötigte die Experten für das Problem zu finden, fällt weg. Als auch für die Mitarbeitenden, sie erhalten im Idealfall schnell eine passende Lösung und wenn sie sich genau an den Lösungsvorschlag aus dem System halten, machen sie auch keine Fehler. – selbst wenn das Problem dadurch „verschlimmbessert“ wird.

Hört sich gut an und ist es auch!

„Aber, aber“, höre ich schon. Das funktioniert doch nur in komplizierten Systemen. Dort benötige ich nur genügend Informationen und Wissen. Dann weiß ich auch, wie ein Computer funktioniert oder wie ich von A nach B komme. Dort funktioniert die gute alte „Wenn-Dann-Abfrage“. Wenn ich A mache, passiert automatisch B. Wenn ich in dem Programm auf „Speichern“ drücke, werden die Daten irgendwie und irgendwo hinterlegt, sodass ich diese jederzeit wieder herstellen kann.

Komplexe Systeme sind nicht vorhersagbar!

In komplexen Systemen kommen wir allerdings mit unserer „Wenn-Dann-Abfrage“ nicht sehr  weit.

Kompetenzbasiertes Wissensmanagement! picjumbo.com by Viktor Hanacek_lonelyRoad_.jpg

Kompetenzbasiertes Wissensmanagement, da die Zukunft verschwommen ist.

Das erinnert mich sehr stark an Fuzzylogik. Hat bestimmt schon jeder Mal gehört und ganz sicher schon mal in der Hand gehabt oder genutzt. Wie man diese Technik in einer Waschmaschine nutzt, zeigt ein schönes Beispiel unter:  http://mathematica.ludibunda.ch/fuzzy-logic-de6.html .
Fuzzylogik basiert laut Wikipedia auf Überlegungen des Philosophen Platon. Der meinte, dass zwischen „wahr“ und „falsch“ noch ein dritter Bereich liegen muss. 1965 wurde dann die Fuzzy-Set-Theorie, die unscharfe Mengenlehre, von Lotfi Zadeh an der University of California, in Berkeley, entwickelt. Kurz zusammengefasst wird diese Technik heute angewendet, wenn das vorhandene Wissen Lücken aufweist oder veraltet ist. Wenn die Logik, aus A folgt B nicht funktioniert.

Kompetenzen oder Wissen?

Wenn wir mit Menschen zu tun haben, befinden wir uns sofort in einer komplexen Situation. Ich kann nie genau sagen, wie jemand reagiert, was die Person denkt oder was der Mensch tut. Dazu fehlen mir vielfach Informationen über seine Werte, seine emotionale Verfassung, sein Wissensstand und, und, und. Instinktiv reagieren wir mit unserer Fuzzylogik darauf. Nicht immer optimal, aber je häufiger wir uns in entsprechenden Situationen befinden, umso besser kommen wir in einer solchen komplexen Situation zurecht. Wir sammeln Erfahrungswissen – Kompetenzen. Durch handeln werden wir immer kompetenter.

Früher lernten die Jungen von den Alten, ließen sich zeigen wie man ein Feld bestellt oder Eisen schmiedet. Dann brauchte man weniger Erfahrungswissen, da durch die industrielle Revolution nur einfache Handgriffe gefordert waren. Man trennte Kopf und „Entscheidungsbefugnis“, das waren die Manager / Führungskräfte und Hand, also die Ausführung, das waren die Arbeiter und Angestellten. Damit waren auch die Machtstrukturen geklärt.

Mit dem Aufkommen der Computer wurden diese Strukturen weitergeführt, allerdings war die Jugend gefragt. Sie wachsen mit der Technik auf und kommen damit eher zu Recht als die Alten. Der Jugendwahn in den Unternehmen war geboren. Auch in diesem Umfeld scheinen Kompetenzen keinen Wert mehr gehabt zu haben. Wie sollten sich sich auch entwickelt haben?

„A fool with a tool is still a fool!“

In einer globalisierten Welt – VUCA beschreibt es meiner Meinung am besten – brauchen wir wieder beides. Wissen und Kompetenzen. Und ein mehr an Selbstständigkeit und Verantwortung. Ein mehr an Rahmen und weniger Regeln. Der Ruf nach mehr Digitalisierung und agilen Methoden helfen nicht weiter, wenn wir nicht Hirn und Hand zusammen bringen.

In einem kompetenzbasierten Wissensmanagement geht es nicht in erster Linie darum noch eine Datenbank oder ne tolle App bereit zu stellen. Es geht um die Art und Weise, wie im Unternehmen gearbeitet werden soll. Kollaboration und Kommunikation, Wissen und Erfahrungswissen teilen, gemeinsam einander unterstützen. Wenn wir das ernsthaft wollen, müssen wir den Menschen im Unternehmen zeigen, welchen Vorteil sie persönlich davon haben.

In vielen Unternehmen haben wir neben dem HR eine Wissensabteilung. Mir hat mal jemand auf die Frage geantwortet, warum es eine Wissensabteilung gibt: „Diese Abteilung soll unseren Mitarbeitern das notwendige Wissen zur Verfügung stellen.“ !!!!!!!  Und auf die Frage funktioniert es? „Nein, die anderen Mitarbeiter sind zu blöd damit zu arbeiten!“ !!!!!!!!

Jeder mit seinen eigenen Systemen und Herangehensweisen. Keines funktioniert wirklich gut. In einem kompetenzbasiertes Wissensmanagement teilt man Wissen und Erfahrungen und gleichzeitig werden Kompetenzen entwickelt. Da ist HR gefragt. Weg von reinen Qualifikationsmaßnahmen, Präsenzseminaren und WBTs. Hin zum Verbinden von Arbeit und Lernen.

Kompetenzorientiertes Wissensmanagement bedeutet Informationsbereitstellung durch alle Mitarbeitenden und deren Kompetenzentwicklung systemisch, systematisch und methodisch zu vereinen, mit dem notwendigen Mindset und Rahmenbedingungen.

Zwei Fliegen mit einer Klappe!

Dann wird es auch was mit dem Wissensmanagement und der Kompetenzentwicklung! Zwei zum Preis von einem!

Was ist Ihre Meinung dazu?
Haben Sie diesen Ansatz schon mal ausprobiert? Wie waren Ihre Erfahrungen?
Sie haben es noch nicht probiert? Warum?

Mit den besten Grüßen Ihr
Ihr Franz-Peter Staudt

In meinem nächsten Blogbeitrag geht es um die Integration von Arbeitsplatz und Lernumgebung. „learn@work – Bringt zusammen, was zusammen gehört!“

Bildquelle: picjumbo by Viktor Hanacek

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