Lernen, Wissen, Können – Teil 1

Ohne Gefühle geht es nicht!

Einführung

Lernen Wissen Können

unsplash by Lacie Slezak

Aristoteles glaubte, das Gehirn sei mit seinen vielen Windungen nur dazu da, das Blut zu kühlen. Später im 18. Jahrhundert glaubte man das Gehirn sei eine reine Rechenmaschine. Heute wissen wir es natürlich besser. Stress, Depressionen, Burn-Out, alles Signale unseres Gehirns. Sie zeigen die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit auf. In der heutigen Zeit sind die Anforderungen an unser  Hirn so hoch wie nie.

Die Welt ist schnelllebiger geworden. Täglich erhalten wir mehrere Millionen Informationen. Unser Gehirn sortiert sie nach wichtig und unwichtig. Das bedeutet viele der Informationen, werden von uns einfach nicht direkt wahrgenommen. Wir können nicht alle Informationen um uns herum verarbeiten. Es sind zu viele.

Umso wichtiger ist es heute zu wissen, wie Informationen von uns verarbeitet werden und wie Lernen funktioniert! Wie behalte ich die Informationen, mache daraus  Wissen und bekomme dieses in meinen Kopf verankert? Warum funktioniert das Lernen manchmal sehr schnell, manchmal überhaupt nicht?

Wie können Schulen, Universitäten, Unternehmen effizienteres Lernen ermöglichen. Und welche Besonderheiten gibt es für die Zukunft zu beachten?

Wer arbeitet, neuen Herausforderungen gegenüber steht

lernt und entwickelt sich immer!

Was fördert das Lernen?

Lernen! Das Grundverständnis besteht im Aneignen von Wissen und Fähigkeiten.
Ein übergreifendes Thema über Kultur, Branche, Menschen hinweg. Und ein paar Prinzipien bleiben, ob in der Vergangenheit oder in der Zukunft, gleich. Kinder lernen schnell da sie neugierig sind und Spaß daran haben. Dies wird sich auch in Zukunft nicht verändern.
Was sich jedoch verändert hat ist die Schnelllebigkeit an Informationen, die neuen Technologien, die weltweite Vernetzung. Unternehmen und Bildungseinrichtungen müssen diese Aspekte beachten und können sie nutzen um das Lernen noch effektiver zu gestalten.

Informationen, Wissen und Kompetenzen

Wissen sind nicht gleich Informationen, denn reine Informationen sind nutzlos. Erst die Verknüpfung mit vorhandenem Wissen ermöglicht eine Einordnung und Nutzung und daraus entsteht neuen Wissen. Durch die Anwendung dieses Wissens entstehen Kompetenzen.

Was man lernen muss, um es zu tun,

das lernt man, indem man es tut.“

Aristoteles

Wissen aufbauen, sich mit Leute darüber unterhalten und praktische Erfahrungen sammeln ist effizienter, als das reine Lesen von Büchern. Die Fülle an Information ist zu groß. Jeder kann die Informationen, die ihm fehlen, selbst  suchen. Dies sollten Universitäten und Unternehmen bei der Entwicklung beachten.

Ohne Gefühle funktioniert es nicht!

Das Gehirn filtert. Nur Informationen die wir als wichtig ansehen nehmen wir auf. Beispiel das Gorilla-Experiment. https://www.youtube.com/watch?v=HVALCbfAG00
Jetzt nicht weiterlesen, wenn Sie den Versuch ausprobieren wollen. Ansonsten entfällt der Überraschungseffekt.

 

Lösung:
In dem Video erhalten Sie die Aufgabe alle Spieler in Weiß zu zählen. Dabei entgeht den meisten Menschen aber der als Gorilla verkleidete Mensch der über das Spielfeld läuft. Das Gehirn konzentriert sich darauf die Aufgabe zu erfüllen. Der Gorilla fällt nicht in das Schema und ist auch nicht weiß, daher wird er automatisch gefiltert.

Und so ist es mit dem Lernen im Allgemeinen. Nur wenn wir Interesse an einem Thema haben, genau wissen warum wir lernen, uns fokussieren, funktioniert lernen.

Lernen gelingt am besten, wenn Sie einen Sinn,

ein Interesse, ein persönliches Ziel dabei haben.

Es auf irgendeine Art und Weise für Sie persönlich erstrebenswert ist.

In die Dinge, die uns interessieren investieren wir gerne unsere Zeit. Die eigene Motivation, das persönliche Interesse, so wie die bisherigen Kenntnisse über ein Thema entscheiden auch darüber wie schnell wir etwas lernen. Denn immer dann, wenn Begeisterung für etwas entsteht, geht im Gehirn eine Düngegießkanne an. Das bedeutet, dass die dahinter liegende Nervenzellen, Netzwerke die man im Zustand der Begeisterung benutzt hat, anfangen zu wachsen und sich zu entwickeln.

„Vertrauen und Anerkennung sind Dünger

für gehirngerechtes Lernen!“

(AFNB, Unser Gehirn – Ein Wunderwerk der Evolution, S.884).

Lernen gelingt am besten durch

  • Eigene, praktische Erfahrungen (direkte Anwendung von Wissen und Informationen)
  • Orientierung und Ordnung
  • Interesse am Thema (intrinsische Motivation)
  • Negative Erfahrungen (Fehlerkultur, Fehler gestatten)
  • Positives, gestaltendes Umfeld (Vertrauen und Anerkennung)
  • Genügend Zeit
  • Selbstbestimmtes Lernen, Lernen unter Eigenverantwortung
  • Wiederholungen im neuen Kontext
  • einen Unterstützer (Berater, Mentor, Lernbegleiter).

 Lernen ist immer ein Prozess, der nur selbstgesteuert und individuell geschieht und nicht von außen verordnet werden kann. Er kann nur vom Individuum selbst gesteuert werden. Universitäten und Unternehmen müssen die benötigten Rahmenbedingungen dazu liefern.

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