Lernen, Wissen, Können – Teil 2

Die Gegenwart und Zukunft des Lernens

Lernen Wissen Können Teil 2

unsplash by Hieu Vu Minh

Unternehmen investieren jährlich Milliarden von Euro in die Entwicklung Ihrer Mitarbeiter. Seit jeher hat die Bildung einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Und unsere Gesellschaft verändert sich stetig. Doch das Bildungssystem passt sich nur sehr langsam den notwendigen Veränderungen an.

 Eine Revolution beginnt. Langsam, aber stetig. Ein paar Schulen sind bereits im Aufbruch. Die Universitäten hinken noch hinterher. Und bei den ersten größeren Unternehmen ist auch der Startschuss gefallen.

Das Verständnis darüber das Wissen durch Handeln zu Kompetenzen werden, beginnt zu wachsen. Letztendlich zählt die Fähigkeit, Herausforderungen in der Praxis selbstorganisiert zu bewältigen und effektiv zu handeln.1

Wissen und Qualifikationen

bilden die Grundlage der Kompetenzentwicklung

Kompetenzen werden zum wichtigsten Entwicklungsziel!

Heute reicht  ein reiner Wissensaufbau und eine Qualifizierung nicht mehr aus. Doch seit der Einführung des Schulsystems wird lernen meist durch eine reine Wissensaneignung geprägt. Informationen werden von den Schülern auswendig gelernt. In den Universitäten herrscht das „Bulimie-Lernen“. Die Unternehmen stellen die Schüler und Studenten mit den besten Noten ein. Somit diejenigen die am besten auswendig lernen können. Natürlich auch sehr diszipliniert sind. Aber was ist mit denen die weiter denken, Herausforderungen selbstständig angehen und unbekannten Situationen durch eigenen Denken und Handeln meistern? Sind das nicht die Mitarbeiter die gesucht werden. Nur diese Kompetenzen werden durch die Schulen und Universitäten nicht gefördert. Im Gegenteil durch das Vorgeben von Aufgaben und Einschränken der Lernenden verkümmert die Selbständigkeit.

Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von

Steuern, Miete oder Versicherungen.
Aber ich kann ’ne Gedichtsanalyse schreiben.
In 4 Sprachen“. Kölner Schülerin Narnia²

Lernen Wissen Können Teil 2

unsplash by Poodar Chu

Im Internet gibt es seit längerem Gruppen von Menschen die ihr Studium abgebrochen  und ihren eigenen Lehrplan für sich aufgebaut haben. Ob Khan-Akademie oder Ben von anti-uni.com, sie alle glauben dass die Informationen und das Wissen jedem zur Verfügung stehen und wir alle durch den Austausch darüber lernen können. Sie nehmen Ihr lernen selbst in die Hand! Diese Menschen verfolgen ihre eigenen Interessen, haben wirklich Spaß am Lernen und jedes Unternehmen sollte von ihnen lernen.

Wird es weiter in diese Richtung gehen? Das wirklich interessierte Menschen ihren eigenen Plan im Leben aufbauen und von den Lehrplänen der Universitäten Abschied nehmen?

In vielen Unternehmen sieht es nicht besser aus. Die meisten Personalentwicklungsprozesse basieren auf formellem Lernen. Es werden Seminare auf Basis von Präsenzveranstaltungen angeboten oder E-Learning in Form von WBTs. Wissen und Informationen stehen im Vordergrund.  Der Aufbau von Handlungsfähigkeiten steht im Hintergrund und wenn die Informationen benötigt werden, sind sie meist schon vergessen. Eine Kompetenzentwicklung findet kaum statt.

Bei gerade anstehenden Herausforderungen müssen sich die Mitarbeiter selber helfen. Sie suchen im Internet nach möglichen Lösungen oder sprechen mit dem nächstmöglichen Kollegen.

Lernen im Arbeitsprozess!

Dabei kann man das kostengünstiger und vor allem zeitsparender regeln!

„Handeln lernt man durch Handeln.“

Diethelm Wahl

Wissensvermittlung veraltet (shit)! – Kompetenzentwicklung modern (hip)?

BigData, das Internet der Dinge sind Begriffe der Gegenwart, doch die wenigsten können damit wirklich etwas anfangen. Durch die Entwicklung der Technologien stehen Informationen und Wissen heute in großen Mengen direkt zur Verfügung. Durch das Internet kann man weltweit auf benötigte Informationen zugreifen. Daher spielt es eher eine Rolle wie man mit der Menge an Informationen umgeht und ob es die wirklich benötigten Informationen sind. Auch sollte jedem klar sein, nur weil es im Internet steht, muss es noch lange nicht wahr sein.
Zudem spielt Zeit eine immer größere Rolle Die Arbeitswelt wird immer schnelllebiger und die Informationen veralten immer schneller.

Experten sind auf der ganzen Welt verteilt. Wo es früher kaum Möglichkeiten gab mit Ihnen zu kommunizieren, teilen heute diese Experten gerne ihre Gedanken mit, wollen diskutieren und sich austauschen. Kommunikationsinstrumente wie online Meeting Tools, social Media und Co. machen es möglich in kürzester Zeit mit den Experte weltweit in Verbindung zu treten. Privat nutzen viele diese Möglichkeit, in den Unternehmen aber nicht. Warum?

„Es gibt nur drei Transformationsgründe:

Die gemeinsame Not, den gemeinsamen Feind
und die gemeinsame Vision.“ Thomas Sattelberger³

Schulen, Universitäten und vor allem auch die Unternehmen sollten schnellstmöglich etwas ändern. Oder ändert sich erst etwas, wenn die Not groß ist. Aber dann ist es meist zu spät.

1„Wissen, Werte und Kompetenzen in der Mitarbeiterentwicklung“ von John Erpenbeck und Werner Sauter
²http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/schuelerin-naina-legt-nach-schulkritik-eine-twitter-pause-ein-a-1013443.html
³ https://spielraum.xing.com/2016/07/interview-thomas-sattelberger/

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