MOOCs – digitale Weiterbildung und selbstgesteuertes Lernen

Vergangene Woche war ich auf dem openHPI-Forum in Potsdam. Das Thema war MOOcs und digitale Weiterbildung. Mit dem Hasso-Plattner-Institut hatte ich bisher wenige Berührungspunkte. Nur der SAP Mitgründer Hasso Plattner war mir ein Name. Trotzdem war ich sehr gespannt auf die zwei Tage.

MOOCs – digitale Weiterbildung

MOOCs – digitale Weiterbildung

Digitale Weiterbildung ist in der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. So sehe ich es jedenfalls. Auch wenn viele denken das sie damit noch keinerlei Berührungspunkte hatten. Doch denken wir nur an Twitter (Jane Hart 100 Learning Tools viele Jahre auf Platz 1), Google, Youtube Videos, Kochrezepte, …. and so on. Die digitale Bildung ist nicht auf Universitäten oder Akademien beschränkt. Jeder kann heute sein Wissen online zur Verfügung stellen.

Viele Universitäten (so wie das HPI) haben dies bemerkt und stellen Ihr Wissen unabhängig von Ort und Zeit für alle Interessierten zur Verfügung. Bereits um 1900 begannen die Universitäten bereits damit, Lehrmaterial über institutionelle Grenzen hinweg anzubieten. Also online Kurse mit Materialien nicht nur für die eigenen Studierenden, sondern auch für alle anderen Interessierten.

Dabei entwickelt sich die Art und Weise wie die Materialien angeboten werden seit Jahren immer weiter. Eine Form davon sind MOOCs.

Die Orts- und Zeitunabhängigkeit! – cMoocs, xMoocs & Blended Moocs

Zum klären des Begriffes MOOC bedeutet Massive (viele Teilnehmer) Open (offen für alle) Online (im Netz) Course (Kurs). Drei Formen werden dabei unterschieden, die unterschiedlicher in der Bereitstellung von Wissen und der Entwicklung von Kompetenzen nicht sein könnten. Aber im Ursprung kombinieren MOOCs Wissensvermittlung in Form von Videos, Lesematerialien und Problemstellungen mit der Kommunikation der Teilnehmenden/gebenden untereinander.

xMOOCs – x für Extension. Der Urpsung kommt von Sebastian Thrun & Peter Norvig im Jahr 2011 der Stanford University Sie hatten ihren Kurs Artifical Intelligence als Videos aufgenommen und für alle zugänglich auf youtube gestellt. Diese Form des MOOCs besteht im Wesentlichen aus Wissensvermittlung mit Videos, zur Verfügung gestellten Fragestellungen  mit einer abschließenden Prüfung.

cMOOCs – c für Connectivism

cMOOCs – c für Connectivism

cMOOCs – c für Connectivism. Der cMOOC beruht auf der Idee des Konnektivismus, hier lebt der MOOC vor allem durch die Vernetzung der Teilgebenden.

 Blended MOOCDurch Präsenzveranstaltung wird der MOOC ergänzt. An manchen Universitäten sind Präsenzveranstaltungen noch verpflichtend um Credits zu erhalten. Hier bietet dieser MOOC die Möglichkeit dazu. Des Weiteren kann ein Präsenz-Kick-Off sinnvoll sein, damit die Teilgebenden sich mit der Technik vertraut machen können, der Art eines MOOCs und ggf. schon erste Kontakte zu knüpfen.

Charakteristikas für MOOCs: Fester Start- und Enddatum. Allgemein lassen sich MOOCs dadurch charakterisieren, dass sie keine Gebühren, keine Voraussetzungen außer Internet-Zugang und Interesse seitens des Nutzers verlangen. Die Kurse sind oft eng getaktet.

Die unterschiedlichen Konzepte der MOOCs verfolgen unterschiedliche Ziele. Die meisten Angebote treffen auf den Begriff des xMOOCs zu. Nur wenige wie z. B. das Corporate Learning Camp () bildet einen cMOOC ab.

Ein paar Anbieter von MOOCs:

openHPI Forum am 07.12 in Potsdam

Beim openHPI haben mehrere Organisationen ihre MOOCs präsentiert. Dabei wurde erkennbar das MOOCs sehr vielfältig einsetzbar sind. Aber leider auch das viele den Unterschied zwischen MOOCs und online Lernangeboten nicht kennen. Aber ich bin der Meinung „Hauptsache es erfüllt seinen Zweck“.

Ein paar der vorgestellten MOOCs möchte ich hier aufzählen, um die breite Möglichkeiten die man dieser Lernform bieten kann zu zeigen.

Von WHO, WWF bis msg & Charité – die Vielfältigkeit der MOOCs

WHO – Which course feature helps you learn the most?

Die WHO (World Health Organisation) hatte ihr online Angebot vorgestellt. Welches vor allem gerade bei neuen Ausbrüchen von Krankheiten mit aktuellsten Informationen verwendet wird. Hier liegt der Fokus ganz klar auf der Aktualität der Informationen und das die Verantwortlichen in den Ländern (Bsp. Afrika) überall auf diese Informationen zugreifen können, um direkt vor Ort helfen zu können.

WWF – Lessons Learned

Der WWF hat seinen MOOC zum Thema Klimawandel und seine Folgen vorgestellt. Dieser MOOC ist zwar an Bachelorstudierende und Lehrkräfte in der Aus- und Weiterbildung gerichtet. Konnte aber von allen Interessierten genutzt werden. Das Ziel war hier Menschen die Augen zu öffnen  und zum Handeln zu befähigen. Es wurden unter anderem Themen integriert, wie lange Plastik einen Menschen überlebt. Der MOOC lebte von der starken Community und auch ein Zertifikat konnte am Ende erlangt werden.

Die msg Gruppe haben den MOOC „Mastering Digital Transformation“ organisert. Dabei haben in 6 Wochen 30 Referenten und 1 Roboter jeweils etwa 90 minütige Beiträge beigesteuert. Mit insgesamt 5865 Teilnehmern aus 19 Ländern wurden aktuelle Forschungen, Strategien, Geschäftsmodelle, Chancen und Möglichkeiten der digitalen Transformation geredet.

Die Charité hat sich in ihrem MOOC dem Thema von Infektionskrankheiten und Antibiotikatherapie gewidmet. Sie wollten vor allem Ärzte und Krankenhauspersonal das Verständnis dazu näher bringen Antibiotika nur einzusetzen wenn es notwendig ist. Der Grund ist hier das die Resistenzsituation in Intensivstationen in den vergangen Jahren rasant angestiegen ist.

Die Bandbreite von Themen und Problemen die in MOOCs diskutiert werden können ist breit. Ich denke diese Beispiele haben dabei schon einen guten Einblick gegeben, was Unternehmen und Organisationen umsetzen können.

5 Tipps zur eigenen Erstellung eines MOOCs

Der Referent von openSAP hat seine persönliche Erfahrungen zu MOOCs in 5 Punkten dargestellt. Die einem für die eigenen Entwicklung eines MOOCs helfen können.

  • openSAP – Lernen ist keine Einbahnstraße

    Persönliches Erleben hilft enorm: Erst einmal selbst an einem MOOC teilnehmen. Am besten an vielen verschiedenen MOOCs auf möglichst vielen Palttformen und dabei sich seine eigenen Meinung bilden und Erfahrungen sammeln.

  • Expertise schlägt Form: Die Lerner erkennen Expertise. Dabei sollten Sie vor der Kamera natürlich sein und keinen Text ablesen. (Es muss kein Hochauflösenden Format sein, eine einfache Handykamera reicht heutzutage schon aus.)
  • Erfolgsquote, aber wie?: Die Absprungraten bei MOOCs sind sehr hoch. Die Erfolgsquote bei einem Bsp.-Kurs des openSAP lag bei 29%
  • Lernen ist keine Einbahnstraße: Ich denke ein sehr wichtiger Aspekt. Nicht nur der Teilnehmer (auch gerne Teilgeber) lernt etwas von einem MOOC, sondern auch Sie selbst als Organisator oder Referent.
  • Wie man Enterprise MOOCs etabliert: Ein kleines, hochmotiviertes Team. Einen Sponsor auf Executive Ebene, eine super MOOC Plattform und viele gute Ratschlage von Vorreitern.

Fazit: MOOCs gehören meiner Meinung nach in die Kategorie der zukünftigen digitalen Weiterbildung. Es wird vermehrt nachgefragt und auch Unternehmen bieten Sie offen und kostenlos an. Als Tipp: Nehmt ein Thema das euch interessiert und macht selber mit bei einem MOOC. Seit aktive Teilgebende und nehmt mehr Impulse mit, als ihr geben könnt.

 

Photo by Marius Masalar on Unsplash

Photo by Sebastien Gabriel on Unsplash

One Comment

  • Andreas Wittwer sagt:

    MOOC – ein fixes Element im persönlichen Wissensmanagement auch 2018, kurz #PKM

    Interessantes und Kompaktes gibt es hier zu erfahren. Dies möchte ich ergänzen mit zwei Tipps.
    Gerade endet ein WMOOC 2017, W steht für das Wissensmanagement, organisiert und durchgeführt von Mitgliedern der GfWM, sicherlich sind allen Wissensarbeitern Frau Gabriele Vollmar und Dirk Liesch bekannt. Hier werden noch Förderer gesucht.
    https://www.oncampus.de/weiterbildung/moocs/wissensmanagement-mooc

    Nun schaue ich mit Neugier voraus und unterstütze die regionale Initiative CLC069 im März in FFM.
    https://www.xing.com/events/clc069-personliches-wissensmanagement-1893719
    Corporate Learning Community, die im vergangenen Jahr herausragende Ergebnisse eines cMOOC bzw. eines präsentierte.
    Details sind zu finden unter: https://colearn.de/steckbrief-cl2025/

    Mein Interesse fand der Blended MOOC, was ein Blended Learning in Studienkursen ergänzen könnte.
    Mitmachen und Lernen ist das eine lebenslange Mission.

    Wenn es dann die Unternehmen und Organisationen umsetzen, ob sie dann den neuen Arbeitsplatz
    für den Digital Knowledge Manager schaffen?

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