Aktionszentrierte Führung – Als Führungskraft wirksam werden

Wie Aufgabe, Team und Individuum zusammenspielen

In den letzten Wochen erlebe ich immer wieder Diskussionen zu den Themen Leadership, Führung, Management. Welche Bedeutung sie haben und insbesondere wo die Abgrenzungen liegen. Meine Sicht hatte ich in dem Blogbeitrag „Management versus Leadership – Was eine wirkliche Führungskraft ausmacht schon zusammengefasst. Was mich aber nicht darauf ausruhen lässt. Neugierde und neue Informationen und Sichtweisen zu berücksichtigen und zu reflektieren, ist die Grundlage sich und andere zu befähigen.

Am Wochenende stieß ich auf einen Artikel über das ACL-Modell (Action-Centred Learning) von John Adair. Ähnliche Statements können wir auch bei anderen Managementvordenkern nachlesen. Bspw. bei

Peter Drucker: „Management is about achieving results, through people.“

Henry Mintzberg: „Management is, above all, a practice where art, science and craft meet.”

Fredmund Malik: „Die Aufgabe der Führungskraft ist es nicht, das Beste aus ihren Mitarbeitern heraus zu holen. Ihre Aufgabe ist es, ihre Mitarbeiter zu befähigen, das Beste aus sich selbst machen zu können. Dazu gehört, ihnen zu helfen, ihre Stärken zu erkennen, und ihnen die Möglichkeit zu geben, diese einzusetzen und weiter zu entwickeln.“

Peter Senge: „In a learning organization, leaders are designers, stewards, and teachers. They are responsible for building organizations where people continually expand their capabilities to understand complexity, clarify vision, and improve shared mental models – that is, they are responsible for learning.

Das ACL-Modell (Action-Centred Learning)

John Adair betrachte in seinem Modell drei Bereiche, welche für gutes Leadership notwendig sind

 

ACL-Model von John Adair

Natürlich kommt es immer auf die praktische Ausführung an, aber dieses einfache Modell kann jeder nachvollziehen und entsprechend leben, um als Führungspersönlichkeit wirksam zu sein.

Wir sollten uns hierbei auch von dem Begriff einer Führungskraft per Stellenbeschreibung verabschieden. Ich sehe immer mehr Menschen in Unternehmen diese Rolle übernehmen, ob temporär als Experte in einem Team, Influencer, als Projektleiter*in oder natürlich sich selbst.

Führungskompetenz ist entwickelbar

John Adair vertritt die Meinung, dass man sich zu einer Führungspersönlichkeit entwickeln kann. Eine Führungspersönlichkeit hängt somit von den notwendigen Kompetenzen ab und nicht von angeborenen Persönlichkeitsmerkmalen. Das ist eine gute Nachricht für alle Unternehmen. Gute Führungskräfte können entwickelt werden und ist, nicht nur meiner Meinung nach, eine Kernaufgabe des Topmanagements.

Auch ist er der Meinung, dass es darauf ankommt, Menschen zu inspirieren. „Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Enthusiasmus und dem Engagement einer Führungspersönlichkeit mit ihrer Fähigkeit, diesen Enthusiasmus auf andere zu übertragen. Das ist nicht dasselbe, wie die Fähigkeit zu motivieren, die im Rahmen des Wirtschaftsstudiums gelehrt wird oder eine eher mechanische Sache darstellt.“

Der Nukleus des ACL-Modells ist das Team.

In einem Team gibt es nach seiner Auffassung drei Bedürfnisse. Das Bedürfnis eine gemeinsame Herausforderung zu bewältigen, als soziale Einheit zu agieren und die individuellen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Dabei weist Adair darauf hin, dass die drei Bereiche miteinander eng verflochten sind und niemals isoliert betrachtet werden dürfen. So beeinträchtigt das Fehlen von Zielen oder Aufgaben sowohl den Teamgeist, als auch das Wohlbefinden des Individuums.

Aufgabe / Ziele erreichen:

  • Identifizieren Sie Ziele und Visionen für die Gruppe (Zweck und die Richtung).
  • Identifizieren Sie Ressourcen, Personen, Prozesse, Systeme und Werkzeuge.
  • Erstellen Sie den Plan, um die Aufgabe zu erfüllen: Ergebnisse, Maßnahmen, Zeitpläne, Strategien und Taktik.
  • Legen Sie die Zuständigkeiten, Ziele, Verantwortlichkeiten und Maßnahmen durch Vereinbarung fest und delegieren Sie diese.
  • Legen Sie Standards, Qualität, Zeit und Berichtsparameter fest.
  • Monitoren und Überprüfen Sie die Aktivitäten anhand der Ziele.
  • Berichten Sie über die Fortschritte und Rückschläge auf dem Weg zum Ziel.
  • Überprüfen, bewerten und passen Sie den Plan, die Methode und Ziele bei Bedarf an.

Aufbau und Pflege des Teams:

  • Legen Sie Standards für Leistung und Verhalten fest. Kommunizieren und vereinbaren Sie diese.
  • Etablieren Sie Stil, Kultur, Werte und Kompetenzen (SoftSkills).
  • Überwachen und pflegen Sie Disziplin, Ethik, Integrität und konzentrieren Sie sich auf die Ziele.
  • Antizipieren und lösen Sie Gruppenkonflikte oder Meinungsverschiedenheiten.
  • Bewerten und ändern Sie bei Bedarf die Zusammensetzung der Gruppe.
  • Entwickeln Sie Teamarbeit, Zusammenarbeit, Moral und Teamgeist.
  • Entwickeln Sie die kollektive Reife und Fähigkeiten der Gruppe – erhöhen Sie entsprechend die Selbstorganisation und Verantwortung.
  • Motivieren Sie die Gruppe und sorgen Sie für ein kollektives Zielbewusstsein.
  • Identifizieren, entwickeln und vereinbaren Sie Team- und Projektführerrollen innerhalb der Gruppe.
  • Aktivieren, erleichtern und gewährleisten Sie effektive interne und externe Gruppenkommunikation.
  • Identifizieren und gewähren Sie Gruppentrainings.
  • Geben Sie der Gruppe Feedback zum Gesamtfortschritt: Beraten Sie sich mit der Gruppe und bitten Sie um Feedback und Anregungen.

Entwicklung des Individuums

  • Verstehen Sie die Teammitglieder als Individuen: Persönlichkeiten, Fähigkeiten, Stärken, Bedürfnisse, Ziele und Ängste.
  • Unterstützen Sie die Teammitglieder: Ziele, Herausforderungen, Probleme, Höhen und Tiefen.
  • Identifizieren und vereinbaren Sie geeignete individuelle Verantwortlichkeiten und Ziele.
  • Anerkennung und Lob: für den geleisteten Einsatz und guter Arbeit.
  • Belohnen Sie gegebenenfalls Personen mit zusätzlicher Verantwortung, Beförderung oder Status.
  • Identifizieren, entwickeln und nutzen Sie die Fähigkeiten und Stärken jedes Einzelnen.
  • Trainieren und entwickeln Sie die Teammitglieder individuell.
  • Entwickeln Sie individuelle Freiheit und Autorität.

 

„Jeder guten Führungspersönlichkeit ist bekannt,
dass Menschen für Aufgaben und Ziele nur dann zu begeistern sind,
wenn man auf ihre Bedürfnisse eingeht, gemeinsame Werte lebt und
die Vision und Ziele in emotionalen Bildern erzählt.“

 

Ohne Emotionen keine Begeisterung.
Ohne Begeisterung kein Lernen.
Ohne Lernen keine Kompetenzen.
Ohne Kompetenzen keine Handlungsfähigkeit.
Ohne Handeln keine Ergebnisse.
Ohne Ergebnisse kein Erfolg.
Ohne Erfolg kein Unternehmen.

Leave a Reply